Anlage einer Gastrostomiesonde (G-Sonde)
Was sollte vor dem Eingriff beachtet werden?
Stellen Sie Fragen
Vor der Operation erfolgt eine gründliche Untersuchung, die klären soll, ob Ihr Gesundheitszustand die Anlage der Sonde zulässt. Sie und eine Ihnen nahestehenden Person haben so auch die Möglichkeit, das Behandlungsteam zu treffen, und können Fragen stellen. Das Team entnimmt möglicherweise auch Blutproben, sowie Hautabstriche an der Stelle Ihres Körpers, an der die Sonde gelegt werden soll, und/oder führt entsprechende Bildgebungsverfahren durch. Die Hautabstriche werden mit einem Wattebausch vorgenommen. Gegebenenfalls haben Sie auch einen Termin mit dem Anästhesieteam, das abklären wird, ob bei Ihnen eine Narkose möglich ist. Die Untersuchungen erfolgen in der Regel etwa eine Woche vor der Operation in der Klinik.
Vorbereitende Hygienemaßnahmen
Sie sollten am Tag vor der Operation baden oder duschen und sich die Haare waschen. Damit wird das Risiko einer Infektion gesenkt. Auch sollten Make-up und Nagellack entfernt werden. Ihr Behandlungsteam wird Ihnen die entsprechenden Anweisungen erläutern.
Sie müssen nüchtern sein
Es ist wichtig, dass Sie mehrere Stunden vor der Operation nichts essen oder trinken. Dies wird manchmal als „Nüchternzustand“, „Fasten“ oder „Keine Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme“ bezeichnet. Das Team im Krankenhaus wird Ihnen die Einzelheiten dazu mitteilen. Sie sollten sich unbedingt an die Anweisungen halten, da sich andernfalls die Operation verzögern könnte.
Wenn Ihr Arzt den Eingriff zum Legen der Sonde mit Röntgenkontrolle durchführt, müssen Sie vor der Operation nüchtern sein. Möglicherweise werden Sie auch gebeten, am Abend vor der Operation ein dickflüssiges, kreidiges, milchshakeähnliches Getränk als Kontrastmittel (auch als „Barium“ bezeichnet) zu schlucken. Das Kontrastmittel (Barium) ist auf dem Röntgenbild zu sehen. Durch das Kontrastmittel lässt sich leichter erkennen, wo die Sonde gelegt wird.
Erstellung der Einwilligung
Sie werden aufgefordert, eine Einwilligungserklärung zu unterzeichnen. Dadurch erhält das Team die Berechtigung, die Operation durchzuführen. Das Behandlungsteam wird mit Ihnen alle Risiken und Vorteile der Operation besprechen.
Im Operationssaal
Wenn das OP-Team bereit ist, werden Sie in den Operationssaal gebracht. Bei Kindern und jungen Erwachsenen kann es sein, dass ein Elternteil oder Erziehungsberechtigter länger bei ihnen bleiben kann, in der Regel bis der Patient schläfrig wird.


Was geschieht während des Eingriffs?
Es gibt verschiedene Methoden, um einer Person eine Gastrostomiesonde zu legen. Ihr Behandlungsteam wird Ihnen helfen zu entscheiden, welche Methode für Sie am besten geeignet ist.
Zu den häufigsten Methoden gehören:
- Offene Operation: Während des Eingriffs wird eine Öffnung durch die Haut in den Magen geschnitten und die Sonde durch die Öffnung eingeführt.
- Laparoskopie: Schlüssellochchirurgie bedeutet, dass mit einer dünnen Teleskopkamera mit einer Klinge am Ende eine kleine Öffnung von der Haut in den Magen vorgenommen wird.
- Unter Röntgenkontrolle gelegte Gastrostomie (Radiologically Inserted Gastrostomy, RIG): Während des Eingriffs wird eine Öffnung durch die Haut in den Magen geschnitten und die Sonde durch die Öffnung eingeführt. Die Durchführung dieser Operation unter Röntgenkontrolle soll sicherstellen, dass die Sonde an die richtige Stelle gelangt.
- Endoskopie: Das Endoskop besteht aus einem langen, flexiblen Kabel mit einer Kamera und einem Licht an dessen Ende. Ein Endoskop wird durch den Mund und die Speiseröhre (Ösophagus) in den Magen eingeführt. Die Kamera zeigt dem Arzt an, an welcher Stelle die Öffnung vorgenommen werden soll. Am Ende befindet sich ein starkes Licht, das durch die Haut sichtbar ist. Mithilfe dieses Lichts wird die richtige Punktionsstelle gefunden, dort eine Gastrostomieöffnung durch die Haut in den Magen angelegt und die Sonde dann durch diese Öffnung geführt.
Operationen und Laparoskopien werden in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Sie befinden sich also in einem schlafähnlichen Zustand, während die Sonde gelegt wird. Für den Eingriff wird möglicherweise ein als „Kontrastmittel“ bezeichnetes flüssiges Medikament verwendet, mit dessen Hilfe die Ärzte sehen können, wo sich die Sonde im Körper befindet. Das Kontrastmittel wird in die Sonde injiziert und ist auf einem Röntgenbild sichtbar. Sobald sich die Sonde an der richtigen Stelle befindet, wird sie von einem kleinen, mit etwas Wasser gefüllten Ballon in Position gehalten.
Falls die RIG-Methode oder Endoskopie zum Einsatz kommt, erhalten Sie möglicherweise keine Vollnarkose. Vor dem Eingriff werden Sie sediert, sodass Sie zwar Ihre Umgebung nicht wahrnehmen, jedoch sich nicht in einem Tiefschlaf befinden. Sie reagieren während der Operation weiterhin auf Stimulation.
Möglicherweise gelingt es nicht, die Gastrostomiesonde beim ersten Versuch zu legen. Das kann verschiedene Gründe haben. In solchen Fällen erfolgt die Anlage der Sonde möglicherweise mithilfe einer anderen Methode. Dies geschieht normalerweise an einem anderen Tag.
Ihr Arzt wird Sie für die Entscheidung beraten, welche Verfahrensweise für Sie am besten geeignet ist.
Was geschieht nach dem Eingriff?
Nach der Operation werden Sie in den Aufwachraum gebracht, um sich von der Narkose zu erholen. Für die Regulierung des Flüssigkeitshaushalts wird häufig eine intravenöse Infusion gegeben. Damit Sie sich wohlfühlen, erhalten Sie Schmerzmittel. Sie werden dann wieder in Ihr Krankenhauszimmer verlegt. Häufig müssen Sie zur Beobachtung eine Nacht im Krankenhaus verbringen.
Eine Vollnarkose kann zu Erbrechen oder Übelkeit führen. Möglicherweise bekommen Sie danach auch Halsschmerzen, fühlen sich etwas schwindelig oder Ihnen ist kalt und Sie frieren.
Die Inbetriebnahme der Gastrostomiesonde
Gastrostomiesonden können in der Regel sofort verwendet werden. Zur Funktionskontrolle spritzen die Pflegekräfte eine kleine Menge Wasser in die Sonde ein. Dann wird eine geringe Menge Flüssignahrung verabreicht. Die Nahrungsmenge wird in den nächsten Tagen langsam gesteigert, sodass sich Ihr Körper gut an die Nahrung gewöhnen kann.
Schmerzen
Nach der Operation können Blähungen, Krämpfe oder Bauchschmerzen auftreten. Verursacht wird dies durch die Luft, die manchmal in den Magen geleitet wird, um die Platzierung der Sonde zu erleichtern. Sie werden an der Stelle leichte Schmerzen verspüren. Die Schmerzen an der Stelle sind in den ersten Tagen nach der Operation am stärksten. Die Schmerzen sollten jeden Tag mehr nachlassen. Die meisten Menschen fühlen sich innerhalb von zwei Wochen beschwerdefrei. Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam darüber, wie die Schmerzen behandelt werden können.
Wundsekret
Es kommt häufig vor, dass an der Stelle etwas Flüssigkeit austritt. Während die Sondeneinstichstelle abheilt, können dort leichte Blutungen auftreten, und es ist normal, dass sich Schorf bildet und Wundsekret abgesondert wird. Die Menge der gebildeten Wundflüssigkeit kann sich zwischenzeitlich verändern. Dieser Zustand kann mehrere Wochen anhalten. Es empfiehlt sich, einen Verband etwa aus Mull an der Einstichstelle anzulegen, der das Wundsekret etwas aufsaugt, sodass die Haut gesund und trocken gehalten wird.
Rötung
Bis die Haut nach der Operation abgeheilt ist, kann die Einstichstelle etwas gerötet oder gereizt sein. Dieser Zustand ist normal und bessert sich mit der Abheilung.
Körperliche Aktivität
Die meisten Patienten können am Tag ihrer Operation aus dem Bett aufstehen, sich auf einen Stuhl setzen oder herumgehen. Sie können damit rechnen, dass Sie nach etwa zwei Wochen wieder Ihrem gewohnten Alltag nachgehen können.
Entlassung nach Hause
Bevor Sie nach Hause gehen dürfen, wird das Behandlungsteam kontrollieren, ob Sie dazu bereit sind. Dazu müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Die Schmerzen sind unter Kontrolle
- Flüssignahrung wird toleriert
- Eine Schulung zur Pflege der Sonde und der Haut um die Sonde herum wurde durchgeführt
- Sie wurden darüber informiert, an wen Sie sich im Falle von Problemen wenden können
Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Sonde sich nicht im Magen befindet, insbesondere wenn Sie starke Bauchschmerzen haben, sich schläfrig fühlen oder erbrechen müssen, dürfen Sie die Sonde nicht benutzen. Informieren Sie unbedingt Ihr Behandlungsteam, bevor Sie das Krankenhaus verlassen.


Was muss ich nach der Entlassung beachten?
Bevor Sie das Krankenhaus verlassen, sollten Sie einen Termin für die Kontrolluntersuchung erhalten. Die Nachsorge kann im Krankenhaus, in der Pflegeeinrichtung, ambulant von ihrem behandelnden Arzt oder zuhause durch das für häusliche Krankenpflege zuständige Team erfolgen. Sie erhalten zudem Anweisungen und Notfallkontaktinfos für den Fall, dass es bei Ihnen zu Komplikationen kommt.
Für Zuhause sollten Sie insbesondere auf die folgenden Dinge achten:
- Eine konsequente und „gute“ Sonden- und Hautpflege
- Ihren Ernährungsplan kennen und verstehen
- Regelmäßig die Sonde spülen
- Wissen, was bei Problemen zu tun ist
Klarheit haben, wann Sie Ihr Behandlungsteam anrufen sollten
Gastrostomie-Sonden sind eine sichere Methode, um Nahrung und Flüssigkeiten zu erhalten, aber manchmal können Probleme auftreten. Manche Probleme müssen sofort behandelt werden, andere sind weniger dringend.
Wenn Sie eines der unten beschriebenen dringenden Probleme bemerken, geben Sie nichts in die Sonde, bevor Sie nicht mit Ihrem medizinischen Team gesprochen haben. Möglicherweise müssen Sie zur Überprüfung der Sonde noch einmal stationär aufgenommen werden.
Dringende Probleme:
- Starke Schmerzen, insbesondere wenn diese dann auftreten, während über die Sonde Nahrung aufgenommen wird oder Medikamente gegeben werden
- Blutung an der Sondeneintrittsstelle, die sich nicht stillen lässt
- Austreten von Flüssigkeit oder Nahrung neben der Sonde aus der Sondeneintrittsstelle
Wenn Sie eines der folgenden nicht dringenden Symptome bemerken, beobachten Sie das Problem und kontaktieren Sie Ihr Behandlungsteam, falls keine Verbesserung eintritt. Möglicherweise müssen Sie zur Überprüfung der Sonde noch einmal stationär aufgenommen werden.
Nicht dringende Probleme:
- Anzeichen für eine Infektion:
- Rötung
- Schwellungen
- Schmerzen
- Übelriechendes Wundsekret
- Die Haut fühlt sich warm an
- Fieber
- Austreten großer Mengen von Wundsekret, das nicht abklingt bzw. eine Rötung der Haut verursacht.
- Zusätzliches Hautgewebe (Hypergranulation) an der Stelle.
- Die Sonde rutscht heraus oder ihr Sitz verschiebt sich. In diesem Fall muss die Sonde ausgetauscht werden, bevor sich das Stoma schließt.
